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Thailand Biking

Geister in Thailand

Bangkok - 11. May 2016

Eine der ersten Sachen die Besuchern Thailands auffallen wird, sind die farbenfrohen und geschmackvollen Geisteshäuschen die Miniaturtempeln oder traditionellen thailändische Häusern ähneln. Sie befinden sich an strategischen Orten bei jedem Haus, Restaurant, Büro und in öffentlichen Räumen. Viele Touristen kennen die exakte Bedeutung dieser Geisteshäuschen (san phra phum) nicht, als was bedeuten diese Häuschen nun genau?

Thailand ist ein überwiegend buddhistisches Land. Allerdings gibt es viele Überzeugungen und Bräuche die ihren Ursprung nicht im Buddhismus haben, sondern beim Hinduismus und Animismus. Als der Buddhismus sich nach Südost Asien verbreitete, entwickelte dieser sich neben der bestehenden Anbetung von Geistern.
Heutzutage sind viele animistische Überzeugungen verwoben mit dem Buddhismus ich formen einen Teil des Alltags der Thai. Auch der Gebrauch von Geisteshäuschen kommt ursprünglich aus dem Animismus. Die Präsenz von Geistern (phi) ist ein weitverbreiteter Glauben und etwas das die Thai nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ein unglücklicher Geist kann große Probleme verursachen.

Geister sind überall in Thailand und die Thai gehen ihnen aus dem Weg um sie bei Laune zu halten. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Geistern: gute Geister, böse Geister, bösartige Geister, zuverlässige Geister, unzuverlässige Geister, Geister die im Haus wohnen, Geister die in den Flüssen leben, Geister die in den Bäumen wohnen, den Geist des Reis, den Geist des Winds und so kann man noch eine Weile weitermachen. Jeder Geist hat seine eigene Rolle und kann sich also nicht im ‚Fachgebiet‘ eines anderen Geistes beschäftigen. Also kann der Reisgeist um eine gute Reisernte gebeten werden, aber kann dieser Geist das Haus nicht schützen.

Wenn ein neues Haus, Büro oder Hotel gebaut wird, muss dort auch ein Geisteshäuschen (‘san phra phum‘) gebaut werden. Es muss den ‚Geist des Lands‘ der auf dem Land lebt worauf das Haus gebaut wird dazu verführen in dieses Haus einzuziehen, und nicht in das Wohnhaus, Büro oder Hotel. Wenn dies auf die richtige Art und Weise geschieht, wird der Landeigentümer die Dienste eines brahmanischen Priesters oder eines buddhistischen Mönchs in Anspruch nehmen.

Aber nur das Platzieren eines Geisteshäuschens ist nicht genügend und bedeutet nicht sofort dass der Geist zufrieden ist! Das Geisteshäuschen muss an der besten möglichen Stelle gebaut werden und es gibt viele Regeln wo es nicht stehen darf. Es ist also sehr wichtig diese Regeln zu befolgen.
Zudem muss das Geisteshäuschen auch mit dem Gebäude des Eigentümers übereinstimmen. Das bedeutet dass das Geisteshäuschen bei einem großen 5-Sterne Luxushotel viel größer und schöner sein wird wie das Geisteshäuschen bei einer einfachen Wohnung auf dem Land.
Die Häuschen sind oft geschmückt mit kleinen Bildnissen, Weihrauchhaltern, Vasen für Blumen und manche enthalten sogar Möbelstücke. Das Häuschen muss hoch genug sein um Respekt zu zollen, aber auch nicht zu hoch um täglich Opfer zu bringen. Die Opfer können bestehen aus frischem Obst, Reis, Huhn oder Ente, Wasser und anderen Getränken (rote und orangene Fanta sind sehr beliebt), Weihrauch und frischen Blumen und Blumenkränzchen.

‘Hausgeistern’ (phi ruan) kann man vertrauen und deshalb dürfen diese im Haus wohnen (im Gegensatz zum ‚Geist des Lands‘). Oft wird geglaubt dass diese Hausgeister verstorbene Familienmitglieder sind und sie bekommen einen speziellen Altar im Haus, oft mit einem hohen Brett auf dem sich frische Blumen und Trinken befinden.
Von schlechten Geistern denkt man dass es die Geister von Verstorbenen sind denen es nicht gelungen ist wiedergeboren zu werden und sie können volatil und unberechenbar sein. Thailändische Kinder bekommen im jungen Alter schon beigebracht dass sie Problemen aus dem Weg gehen sollen, weil Geister von Problemen angezogen werden. Die Aufmerksamkeit auf sich ziehen mit lautem und merkwürdigem Verhalten, kann unerwünschte Geister heranlocken, also ist es am besten Problemen so viel wie möglich aus dem Weg zu gehen. Wenn jemand einen ungewünschten Geist angelockt hat, gibt es unterschiedliche Arten sich von ihm zu entledigen, aber die Dienste eines Geistdoktors (mor phi) können hierfür notwendig sein.

Weil Geisthäuschen gut gepflegt werden müssen, gibt es irgendwann den Tag an dem man sie ersetzen muss. Es wird eine Zeremonie gehalten um den Geist aus dem alten ins neue Geisteshäuschen zu übertragen. Alte Geisteshäuschen können nicht einfach zum Müll gestellt werden, sondern werden in der nahen Umgebung eines Tempels abgelegt, oder auch an einem anderen Ort mit viel spiritueller Aktivität, einem ‚Friedhof‘ für die Geisteshäuschen.

Viele Touristen die Thailand zum ersten Mal besuchen, finden die Geisteshäuschen sehr faszinierend, aber man sollte nicht vergessen dass sie für den ansässigen Thai ein Ort der Verehrung sind. Zeige deshalb Respekt wenn Sie ein Foto machen möchten. Berühren Sie nichts und bewegen Sie auch nichts nur weil es besser auf Ihrem Foto aussieht. Fotografieren Sie auch nicht wenn gerade gebetet wird.

Egal an welcher unserer Touren Sie teilnehmen, wir können Ihnen garantieren dass Sie unterwegs viele Geisteshäuschen sehen werden. Also warten Sie nicht länger und wählen Sie Ihre gewünschte Tour auf unserer Homepage. Unsere Führer vor Ort können Ihnen alles erzählen über diese mysteriösen Geisteshäuschen und die Geisterverehrung!

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